15.08.2014

Ein ruhiger Nachmittag. Der Schreibende ist seit dem Winter erstmals allein im Garten.
Ab ca. 16.00 Uhr stiess ein weiterer Gärtner dazu und zusammen genossen wir das Philosophieren und Planen der Gemeinschaft und dessen Garten für das nächste Jahr, während wir bei trockenem Wetter folgende Arbeiten ausführten:
Die Herbstrüben, welch vor drei Wochen ausgesät, wurden auf 10-12cm in der Reihe vereinzelt.
Der Endivie – und Zuckerhutsalat konnte gehackt werden.
Auf dem abgeernteten Zwiebelbeet säten wir 4 verschiedene Schnitte – und Pflücksalate aus. Dies ist jetzt noch der letzte Zeitpunkt für eine Ernte in diesem Jahr.
Wir rechneten auch noch aus, was wir an Nüsslisalatsetzlingen brauchen,  für alle Mitglieder. Wir kamen auf  600 Stück. 400 sind schon bestellt, so dass noch 200 dazu kommen müssen. Dies wird morgen Samstag erledigt.
Gleichzeitig kaufen wir auch nochmals ca. 30 verschiedene Salate:

  • Eichblatt
  • Forellensalat
  • Lollo
    • Herbstkopfsalat ?? was hat die Gartenbauschule Hünibach noch im Angebot ??

      Ein weiteres, gravierendes, sich jetzt deutlich zeigendes „Problem“ im Garten:
      Die Krautfäule an den Tomaten im Freiland und - weniger so dramatisch-  die Folgen bei den Kartoffeln.
      Was bedeutet dies für unsere Anbauweise und welche Schlüsse wollen wir daraus ziehen?
      Zum ersten: Was ist Krautfäule?
      Diese Krankheit wird durch einen Pilz verursacht (Phytophthora infestans) aus der Abteilung der Eipilze (Oomycota). Er befällt hauptsächlich Pflanzen aus der Familie der Nachtschattengewächse, wie eben Tomaten und Kartoffeln.
      Bei feuchtwarmer Witterung ab durchschnittlich 18°C.
      Bei Tomaten führt der Befall meistens zu einem Totalausfall der Ernte.

Bekämpfungsmassnahmen: Vorbeugend mit Steinmehl bestäuben, mit Schachtelhalmbrühe oder Magermilch besprühen. Diese Methoden hätten in diesem Niederschlagsreichen Sommer auch nichts gewirkt, da kaum wäre behandelt worden, der Regen diese Mittel sogleich wieder abgeschwemmt hätte. Blieb nur noch Reinkupfer als effektives Mittel übrig: Dies kommt aber in unserem Garten sicher nicht in Betracht, denn dies ist ein Schwermetall und reichert sich im Boden da es nicht abbaubar ist.
Zum zweiten: Welche Schlüsse ziehen wir daraus?
Wenn wir unsere Tomaten betrachten, fällt auf, dass diejenigen im Freiland und die am Rand des Tomatenhauses von der Krautfäule betroffen sind. Ist dies auch sorten-abhängig? Zum Teil sicher, ja. Wir sehen am Rand des Tomatenhauses auch eine Pflanze die recht robust zu sein scheint. Es ist eine eigene Nachzüchtung von einem unserem Mitglieder. Diese Sorte baut er schon etliche Jahre an und vermehrt sie Jahr für Jahr weiter. Die Berner Rosen, an derselben Stelle am Rand des Hauses, sind nur noch schwarze Stengel mit befallenen Früchten. Die Christal im Freiland sehen auch nicht besser aus.
Diese Saison führt uns drastisch vor Augen, was bei unserem Klima in Sachen Tomaten dringend nötig ist – ein gedeckter Anbau. Vielleicht gewinnt die Diskussion um einen Folientunnel in unserem Garten wieder an Aktualität. Denn da müssen wir uns nichts vormachen. Sämtliche Tomaten, die wir jetzt im Bioladen und Biomarkt kaufen, stammen alle ausschliessliche auch aus gedecktem Anbau. Warum sollen wir selber nicht einen Folientunnel anschaffen und damit auch den Winteranbau mit frischem Grün ermöglichen? und im zeitigen Frühjahr schon mit Kopfsalat und andere Salaten, und Kohlrabi, Fenchel etc. starten zu können?

Auf jeden Fall lassen wir diese Pflanzen so lange stehen, bis alle diese Krautfäule gesehen haben und sich selber fragen, was das ist und was wir dagegen unternehmen wollen.

Gemeinschaftsgarten Aarefeld

 

 

 

 

 

 

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