17.10.2014

Der Gemeinschaftsgarten bietet neben aktiver, gärtnerischer Arbeit einen Raum inmitten des alltäglichen, pulsierenden zum Teil hektischem Lebens, in dem wir uns treffen und gemeinsam nach Lösungen auf Fragen zur Gestaltung unserer Umwelt und derer Zukunft suchen und austauschen können. Dieser Garten erlaubt ebenso, unterstützt durch das Tempo seiner eigenen Lebensprozesse, sich in einem erweiterten, grösserem, lebendigem Kontext zu spüren und demnach zu handeln und darauf abgestützte Entscheidungen zu treffen. Der Garten lebt vor und wirkt mit hinein. Der Garten verhilft zur Erkenntnis von Ursache und Wirkung der menschlichen Tätigkeit auch derer die ihn beleben. 

Wer Ohren hat, der höre. Wer Augen hat, der sehe. Wer Hände hat, der spüre.

Heute nutzten wir unter den oben aufgeführten Bedingungen diesen Raum, um über die Erweiterung unseres Gemeinschaftsgarten und seiner Idee, die schon recht weit über den Gartenzaun hinausstrahlt, zu diskutieren. Denn es ist diese Erfolgsstory, die es angebracht erscheinen lässt, eben über dieses Vorhaben sich ernsthaft Gedanken zu machen. Dieser kleine Ort lebt vor, wie in grösserem Rahmen - sei es Politik, Unternehmungsführung, Organisationen und Vereine - gelebt und gehandelt werden könnte. Diese Erfahrung ist es wert hinaus getragen zu werden mit seiner physischen Erweiterung.
Dabei wird auch das menschliche Umfeld erweitert mit Träger dieser Idee, sowie mit Kontakten zu Entscheidungsträger, denen wir von Amtes wegen begegnen werden.
Wie wir dies umsetzten und welche Strategie wir fahren, war Bestandteil dieses Nachmittags.
Um hier vorwärts zu kommen, braucht es zuerst eine Analyse zur jetzigen Situation der Stadt und derer Selbstwahrnehmung. Welches Verständnis hat die Stadt zu sich selber? Wie fühlt sie sich und wie fühlt es sich als Bewohner an in dieser Stadt zu leben?
Hilfreich in dieser Fragestellung ist die historische Geschichte, die daraus entstandenen Abhängigkeiten von Wirtschaft, Politik und Bevölkerung und wie die Veränderungen dieser Beziehungen sich fortlaufend neu gestalten. Und wichtig, diese Veränderungen müssen auch wahrgenommen werden, damit ein neues Bewusstsein erwachsen kann.
Dieser Prozess ist generationenübergreifend und dauert ebenso lange. Und wichtig, zu den gemachten Fehlern stehen und diese nicht als Angriffspunkt nutzen, sondern mit einem Blick in die Zukunft gemeinsam einen Weg gehen mit einer Beteiligung von so vielen Interessierten wie möglich und nötig. So bringen wir einen lebendigen Prozess in Fahrt , der von unten herauf begleitet und mitgestaltet werden darf.
Konkret heisst dies: Die Stadt muss aktiv auf alle Bürger und Gruppierungen, Organisationen und Vereine zugehen und diese einladen, teilzunehmen an den gestalterischen Diskussionen und die Stimmen der Mitgestalter garantieren.
Wie in einem Garten, wo auch schwach wachsende, zierliche Geschöpfe gehegt und gepflegt werden, um sie später in ihrer voller Pracht als Bestandteil eines Ganzes zu bestaunen und ihnen das Gefühl vermitteln, dass sie auch dazu gehören.

Gemeinschaftsgarten Aarefeld

 

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