07.02.2014

Das Wetter richtet sich nicht nach den fixen Arbeitstagen. Heute war Regenwetter angesagt und dies ist ein guter Grund, jetzt etwas über die Arbeitsbekleidung zu sagen.

Das wichtigste sind die Schuhe. Wenn die Füsse den ganzen Tag trocken und warm bleiben, kann es regnen so viel es will.
Am idealsten sind mit Sorgfalt gepflegte Lederschuhe von ausgezeichneter Qualität. Das investierte Geld, rund 350 sfr./Paar, kommt einem günstiger, da die Lebensdauer um das x - fache höher ist, als bei Schuhen ab der Stange, die nur zusammen geklebt sind. Ja sie halten sogar ein Leben lang. Für dieses Geld bekommt man sogar Massschuhe und diese sind so bequem wie Hauspantoffeln.
Für einen ganzen Tag Arbeit, draussen bei Regen und Schnee, gibt es nichts besseres, als echte Wollkleider. Darüber kann man noch ein wasserabstossendes Gilet tragen.
Das gleiche gilt für die Kopfbedeckung. Auch hier sind Wollmützen das Beste was es gibt.
Wenn man bei solchem Wetter draussen Mittag macht, ist es unbedingt nötig, eine zweite Garnitur  Kleider dabei zu haben. So kann man wechseln und fühlt sich am Mittag wie zu Arbeitsbeginn am Morgen. 

Heute räumten wir noch die restliche Äste weg und diese sind nun gerüstet und bereit zum sortieren:

  • die dünnen, geraden und ca. 1-1.5 m langen zu Bündel à 10 Stk. für Bratspiesse
  • die krummen und dickeren zu Brennholz
  • die 3-8cm ab 80cm- ??? langen und geraden für Pfähle
  • die dickeren und sehr langen und geraden für den Kinderspielplatz

Sprechen wir nun über die jungen Obstbäume und deren häufigsten Fehler bei der Pflanzung.

Der Hauptfehler:
Zu tief gepflanzt !!!
Woran erkennt man diesen Fehler?
Die Bäume wachsen zunächst gut an und treiben die ersten 2-3 Jahre auch gut aus.
Dann vermindert sich das jährliche Wachstum und bleibt dann ab dem 5-7 Jahr stehen.
Die Veredelungsstelle muss zwingend 10 cm über dem Bodenniveau sein.
Ein ausgraben und verpflanzen lohnt sich meistens nicht, ausser der Baum stellt einen anderen besonderen Wert dar, wie Hochzeitsbaum, Geburtstagsbaum etc..

Weitere häufige Fehler:

Die Obstbäume werden nicht fachgerecht gepfählt und angebunden.
Hier lohnt es sich zwei Pfähle 250 cm lang und 6x6 cm im Querschnitt aus Akazienholz zu den Bäumen einzuschlagen. Diese Pfähle haben ein Minimum an Lebensdauer von 10 Jahren und somit stützen sie für diese Dauer, die noch nicht fest verwurzelten Jungbäume gegen Wind und Schnee.
Wenn dies nicht gewährleistet ist, werden die feinen Haarwurzeln bei jedem Unwetter vor zu abgerissen und der Baum hat keine Chance sich fest und dauerhaft zu verwurzeln.

Den Obstbäumen wird kein fachgerechter Erziehungsschnitt gegönnt.
Hier haben wir die Chance, schon von Beginn weg eine passende Leitergasse einzuplanen.
Die Schnittarbeit beginnt immer an der Spitze des Baumes. Ein geeigneter, einjähriger Trieb wird auf ein Auge im mittleren Drittel angeschnitten und diese Fortsetzung wird konsequent freigeschnitten.
Um genügend Platz für die zukünftigen Fruchtäste zu haben, benötigt ein Apfel- und Birnenhochstamm 3 Leitäste. Das sind die ersten Kranzäste, welche einen Höhenabstand von ca.10-15cm zueinander haben, ab einer Höhe von 160-180 cm über dem Boden.
Pflaumen- und Zwetschgenbäume dürfen auch 4 Leitäste besitzen.
Der nächste Kranz Äste, die Fruchtäste, stehen Minimum 80 cm über den Leitästen.
Das Büchlein: „Obstbaumschnitt in Bildern“ von Hans Walter Ries (erschienen im Obst-und Gartenbauverlag München), hilft Dir dies bildlich näher zu bringen.

Schaden durch Mäuse oder zu nasser Boden (Grundwasserspiegel)
Alles richtig gemacht - und trotzdem wollen die Bäume nicht wachsen.
Wenn man mit dem Absatz seiner Schuhe im Umkreis der Baumkrone in die Erde tritt und diese einfach stellenweise leicht nachgibt, ist dies ein Zeichen auf Mäusegänge.
Eine Mausfamilie lebt auf einer Fläche von ca. 70x70 m und reproduziert bei optimalen Bedingungen, wie Nahrungsangebot, keine natürlichen Feinde und mildes, gutes Klima in einer Saison über 600 Nachkommen. Dies erträgt kein Baum, denn die Wurzeln der Obstbäume sind eine Delikatesse für Mäuse. Auch hier zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei zu tief gepflanzten Bäumen, mit dem Unterschied, dass wenn nichts gegen die Mäuse unternommen wird, der Baum innerhalb ein/zwei Jahre abstirbt. Bei unseren Bäumen im Garten haben wir zum Glück kein Mäuseproblem.
Zu hoch stehendes Wasser ist Gift für jeden Obstbaum. Diese benötigen tiefgründigen lehmig-humosen Boden, ohne Staunässe.

Die Obstbäume blühen jeden Frühling wunderbar und dennoch entwickelt sich nie eine Frucht.
Hier fehlt die Bestäubersorte. Unbedingt bevor man einen Obstbaum pflanzen will, abklären, ob die geeignete Bestäubersorte in der unmittelbarer Nachbarschaft vorhanden ist.
Antworten zur Bestäuber für die Pflanzung des geplanten Obstbaumes, gibt die spezialisierte Obstbaumschule.

Bei unserem gedeckten Sitzplatz hängt nun eine grosse, in eine schöne Form gesägte schwarze Tafel, auf dieser die anfallenden Arbeiten für jeweils die kommende Woche notiert sind.
In der sogenannten Orangerie müssen wir unbedingt für mehr Licht sorgen, wollen wir denn hier Setzlinge anziehen. 
Das heisst: Die grossen Fenster an der Wand und diese als Dach gründlich reinigen. Die uralte Eibe, welche vom Nachbargrundstück mit 5-6m langen Ästen darüber wächst, rigoros zurückschneiden. Und mit Schafwolle alle Ritzen und Löcher stopfen, damit es nicht mehr hineinzieht. Die Dachrinnen von Föhrennadeln und Moos befreien, damit wir mal das Regenwasser in Fässer sammeln können. Und die Frage, wie wir die Elektrizität hinein führen können, muss auch noch diskutiert werden.
Unsere zwei Treibbeetkästen à je 8 m Länge bekommen nächstens noch die benötigten Fenster zum decken. Welche Kulturen wir dann aussäen, liest Du bei der Aarefeldnotiz nächster Woche.

Die nassen Kleider hängen über dem Ofen und trocknen langsam.
Und der Schreiber auf der Ofenbank träumt vom Frühling.
Bis es soweit ist, werden noch einige Pläne geschmiedet.

 

Gemeinschaftsgarten Aarefeld

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