07.03.2014

Welch schöner Vorfrühlingstag uns heute im Gemeinschaftsgarten Aarefeld begrüsst. Ein Hoch wettermässig überträgt sich auch auf unsere Stimmung, unser  Lebensgefühl. Und es sind diese Momente, die uns geschenkt werden, um einfach dankbar zu sein für die Schönheit der Natur. Die Arbeit kann man geniessen und die in den letzten zwei Monaten verrichtete so richtig wertschätzen. Gut haben wir diese erledigt, denn jetzt wäre es für einiges zu spät.

Das Holz von den Winterarbeiten ist fast alles aufgerüstet. Nur noch wenig an Pfahlholz und Brennholz ist noch zu verarbeiten. Durch das fleissige Sieben des Kompostes leert sich das Silo. Es stehen schon wieder einige Eimer gesiebten Kompost bereit.
Heute Morgen gossen wir die Aussaat vom letzten Freitag an. Da das Wetter letzte Woche kühl und bewölkt war, reichte es, dies erst heute zu tun. Auch den umgesetzte Feigenbaum mit seiner Königskerzeneinfassung gossen wir nun tüchtig an (einschwemmen). Um das Treibbeet richtig lüften zu können, stehen ab jetzt für jedes Fenster Dachlattenholzstücke bereit.

Der Boden an der Holzwand entlang ist schon richtig abgetrocknet, so dass mit dem Bereitstellen dieses Beetes begonnen werden kann. Und mit dieser schon recht starker Sonne, trocknen nun die Böden alle nach und nach ab und wir können zügig voran schreiten mit dem vorbereiten der Aussaat- und Pflanzflächen. Solange der Boden noch relativ feucht ist, treten wir nicht direkt auf die Erde. Dies würde dem Boden zu fest schaden. Um dies vorzubeugen legen wir ein grosses Brett oder eine Schaltafel auf die Erde und bearbeiten den Boden von dort aus. Insgesamt wollen wir ca. 150m2 bereitstellen. Dies entspricht der offenen Pflanzfläche.

Schnürgras und Winden stellen partiell ein Problem dar und werden uns dort stets begleiten, auch wenn versucht wird diese konsequent auszujäten. Diese Pflanzenwurzeln wandern nicht auf den Kompost, sondern wir entsorgen sie über den Kehricht.

Heute konnten wir auch die Pflanzgefässe. die noch vom Viehmarktplatz her im Garten stehen, sortieren. Die meisten abgeernteten Gefässe stehen jetzt bereit um auf das Humusdepot auszuleeren. Alles im allem haben wir hier ca. 1.5m3 beste Erde. Diese ist ein Gemisch aus Landerde, Kompost und Sand und stammt von einer kleinen regionalen Grüngutaufbereitungsanlage. (Adresse: Urs Hadorn; 3663 Gurzelen; www.hadornkompost.ch).Wir werden diese nahrhafte Erde den Kürbissen, dem Zuckermais, den Tomaten und Kohlsorten geben.

Die verbliebenen Gefässen mit Ysop, Wilder Majoran, Beinwell, Hirschhornsalat, Roggen, Wilde Rosen, Rainfarn warten darauf, an ihren definitiven Standort ausgepflanzt zu werden.

Der Nüsslisalat im einen Treibbeet ist reif zum Schneiden. Dazu wird die ganze Rosette mit einem Messer von den Wurzeln weggeschnitten. Unter den Haselnusssträuchern spriesst schon ganz fein viel Bärlauch. Ab jetzt können hier einzelne Blätter von einer Pflanze geschnitten werden. Wichtig ist hier, nicht alle Blätter einer Pflanze zu schneiden. Für Salat, Pesto, Kräuterbutter und ??? Und der Giersch treibt auch schon durch das Falllaub bei dem grossen, schlanken Buchsbaum vis à vis vom  geschnittenen Kastanienbaum. Für Salat, Smoothies, Suppe, Pesto, Spinat und ??? Hier warten wir mit ernten noch diese Woche ab.

Und auf was achten wir beim Einkauf von Saatgut und Setzlingen? Wir wollen den Gemeinschaftsgarten biologisch pflegen. Wir setzten keinen für die Pflanzen schnell verfügbaren künstlichen Dünger ein. Die Pflanzen in unserem Garten müssen gewohnt sein, über ihre Wurzeln die zum Wachstum benötigten Nährstoffe aus dem Boden aufzunehmen. Samen die von Elternpflanzen geerntet wurden, welche auch biologisch angebaut wurden sind dazu in der Lage.
Sie sind sich diese Wachstumsbedingungen über Generationen gewohnt. Die nach biologischen Grundsätzen wirtschafteten Saatgutbetriebe selektionieren über mehrere Jahre auch Pflanzensorten, die gegenüber vielen Krankheiten und Schädlingen robuster werden. Da dies nur über mehrere Generationen und Jahre erreicht werden kann, müssen diese Pflanzen fähig sein Samen hervorzubringen, welche sortenecht sind. Das heisst: Sät man die Samen zum Beispiel von einer Zuckermaissorte das nächste Jahr wieder aus, so wachsen wieder die gleiche Pflanzen heran wie die von der Mutterpflanze geernteten Samen.
Der Samenanbau ist recht anspruchsvoll. Einiges muss beachtet werden. Sortenechte Samen entstehen nur, wenn sich die Elternpflanzen nicht kreuzen können. Dies hier genauer zu behandeln geht zu weit. Aber wer Lust und Interesse am Samenbau hat, der kann sich in Fachbücher darüber informieren oder einen Samenbaukurs besuchen.

Kurse:
Samenbaukurs für Einsteiger:
Samstag, 23.August 2014, Basel; Pro Specie Rara (PSR)
Intensivkurs Samenbau:
Samstag, 28. Juni, 11. Juli; 9. August; 17. Oktober; verschiedene Kursorte; PSR
Anmeldung bis 30. April: 061 545 99 11 (vormittags)

Saatgutbetriebe:
C. und R. Zollinger: 1897 Les Evouettes; www.zollinger-samen.ch; 024 481 40 35
Sativa Rheinau AG: 8462 Rheinau; www.sativa-rheinau.ch; 052 304 91 60
ARTHA Samen: 3110 Münsingen; www.arthasamen.ch; 031 741 77 44
Pro Specie Rara: 4052 Basel; www.prospecierara.ch; 061 545 99 11 (nur Gönner und Aktive)

Setzlinge:
Gartenbauschule Hünibach: 3626 Hünibach; www.gartenbauschule-huenibach.ch; 033 244 10 21
ARTHA Samen: 3110 Münsingen; www.arthasamen.ch; 031 741 77 44
Wildpflanzenmärit Thun; Mühleplatz; 10.Mai 2014; 9.00-15.00 Uhr

Wie fördern wir das Wachstum der Pflanzen? Oder ist dies überhaupt die richtige Fragestellung? Nur eine gesunde und robuste Pflanze wird sich gut entwickeln und gedeihen. Dies ist es, was wir anstreben!
Und dies erreicht man nur über einen vitalen, gesunden Boden. Arbeit am Boden ist nicht eine Tätigkeit, die man einmal ausführt und dann hat es sich. Diese ist geprägt von Kontinuität und Beharrlichkeit. Und natürlich es ist wichtig, auch eine nähere Umgebung zu erschaffen, die optimale Bedingungen unterstützt und ermöglicht.
Somit haben wir einige Themen angeschnitten, welche wir in den nächsten Notizen vertiefen können.

 

Gemeinschaftsgarten Aarefeld

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