11.04.2014

Für die Jahreszeit ist es zu warm und zu trocken.

Aus aktuellen Wetterverhältnissen greifen wir jetzt schon die Fragen aus der letzten Aarefeldnotiz auf.

Was „denkt sich“ eine Pflanze, wenn sie gegossen wird?
Welche Wirkung will der Gärtner damit erreichen?

Um einen Setzling zu verpflanzen brauchen wir einige Bedingungen die erfüllt sein müssen und die wir selber berücksichtigen müssen, damit der „Umzug“ gelingt (siehe Aarefeldnotiz vom 5.April).

Wir sind jetzt gedanklich eine junge Pflanze.
Wir bestehen aus Wurzel, Stängel und Blättern.

Mit meinen Wurzeln sauge ich die Feuchtigkeit der Erde auf, transportiere diese durch den Stängel zu meinen Blättern. Ich kürze diesen Vorgang ab um bei der Erklärung zu bleiben, was ich empfinde wenn mein Gärtner Wasser über mich giesst. Mein Gärtner hat mich aus meinem Geburtsort, das er Töpfchen nennt, entnommen und mich in seinen Garten an meinen zukünftigen Heimatort gepflanzt.
Ich wurde aus meiner Organisation im wahrsten Sinne des Wortes  heraus gerissen. Meine Wurzeln liegen nun im unwirtlichen trockenen Raum Namens Licht und Luft ohne Schutz der Erde da. Doch mein Gärtner weiss dies und sorgt so schnell wie möglich, dass meine Wurzeln wieder zurück in die feuchte, schützende Erde finden. Jetzt stehe ich am neuen Standort und spüre, dass ich so schnell wie möglich meine Wurzeln in die tiefe Erde bringen muss, damit ich zur Feuchtigkeit kommen kann. Dabei verankere ich mich gleichzeitig und bilde durch meine wachsenden Stängel ein starkes Gerüst für meine Blätter. In die Tiefe will ich mit meinen Wurzeln wachsen, dort wo es das ganze Jahr über feucht ist und ich nie Durst bekommen muss. Bis dorthin will ich meine Wurzeln treiben. Nun, mein lieber Gärtner giesst mich an, weil der Regen auf sich warten lässt, so hilft es, die zu grossen Luftlöcher um meine Wurzeln zu schliessen. Dies ist angenehm und eine Wohltat. Auch der Regen könnte dies erreichen, aber dieser ist weit weg und so bin ich für die weise Voraussicht meines Gärtners dankbar. Mein fürsorglicher Gärtner meint es nur gut mit mir und begiesst mich auch später mit gutem Wasser und liebevollen Gedanken an mich. Dadurch werde ich richtig verwöhnt und komme um meine vorgesehene Anstrengung herum, meine Wurzeln tief in den Boden wachsen zu lassen. Ich friste ein bequemes Leben. Mein Gärtner arbeitet auch sonst recht viel in seinem anderen Leben und hat sich eine Erholung, die er Ferien nennt, wirklich verdient. So reist er für drei Wochen von mir weg. 
Es ist Sommerzeit, heiss und es will auch nicht regnen. Die Erde um mich herum wird immer trockener und trockener. Ich vermisse meinen lieben Gärtner, der, der mich so verwöhnte, immer mehr und mehr. Ich bekomme Stress und Todesangst. Ich bin ein unselbständiges Wesen in dieser heissen Trockenperiode und werde immer schwammiger und schlampiger. Ich finde selber keine Feuchtigkeit, denn diese ist in der der Erde tief unter mir gespeichert und ich gelange nicht zur ihr, mit meinen verwöhnten und verkümmerten Wurzeln. Es wird immer schlimmer. In dieser Notsituation habe ich auch keine Energie mehr noch selber so schnell Wurzeln in die rettende Tiefe zu treiben und wenn nicht morgen jemand mich giessen kommt, werde ich sterben. 
So oder so bleibe ich mein zukünftiges Leben ein Kümmerling und gelange nie zur selben Pracht, wie meine Verwandten, welche „nur“ selten, bei lang anhaltender Trockenheit begossen wurden und sonst nur mit liebender Gedankenkraft von ihrem Gärtner genährt wurden. 

Wenn ihr Gärtner seid, versucht euch in meinen Lebensplan hinein zu versetzen, dann gedeihe ich auch dementsprechend gesund und stark. Für Deine Bemühungen, um mit mir in Kontakt zu kommen, um mich zu begreifen, wünsche ich dir die nötige Zeit und Ruhe mit mir zusammen.

Deine anvertraute Pflanze.

Kommen wir wieder zurück in den Gemeinschaftsgarten und dessen Aktivitäten.

Diesen Freitag spitzten wir das „Schweizer Fundament“ mit grossem Eisen und Vorschlaghammer zu Dritt weg. Jetzt konnten wir die restlichen gebogenen Bohnenstangen zur einer Laube von 13 Bögen erstellen. Diese sind das zukünftige Klettergerüst für Stangenbohnen, Prachtwinden, Kapuzinerkresse etc. Die Vorbereitungen der Gartenbeete für die vorgesehenen Pflanzflächen sind bis auf das Kartoffelbeet abgeschlossen. Beim Zuckermais werden wir noch Alexandrinerklee (einjährig) als Gründüngung, Bodenbedeckung und Stickstofflieferant einsäen.

Der zweite Satz Schnittsalat in dem Kasten ist etwas zu eng aufgelaufen. Dadurch bietet sich die Gelegenheit, diesen etwas zu erdünnern und gleichzeitig mit den erhaltenen Setzlingen das Mischkulturenbeet auf Fruchtfolgefläche 3 zu ergänzen und aufzufüllen. Auch können wir die hängenden Gärten vom Viehmarktplatz her wieder reaktivieren und mit Schnittsalatsetzlingen bepflanzen.

Auch heute waren wir bis zu 10 Erwachsene und mehrere Kinder im Garten. Und hier zeigt sich auch eine Lücke in unserer Organisation. Wir waren ziemlich beschäftigt und hatten gar keine Möglichkeit Aktivitäten  für die Kinder anzubieten. Oder wir waren schlicht nicht darauf vorbereitet. Hier brauchen wir mehr Professionalität oder ein Engagement eines Einzelnen, speziell für eine „Kinderbetreuung“. Wir bleiben dran und suchen nach Lösungen.

Gemeinschaftsgarten Aarefeld

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