21.02.2014

So wie es heute seit dem frühen Morgen regnete, wusste man, dass dies das Wetterprogramm für den ganzen Tag werden würde. Das Gute daran ist, man weiss was auf einen zukommt.
Es regnete fein, dafür stetig und der Boden war nicht gefroren.
Dies sind ideale Temperaturen und mehr oder weniger gute Bedingungen, um die nun beschriebenen Arbeiten auszuführen.

Obstbaum komplett roden
Mit Habeggerseilzug, Endlosgurten, Drahtseilstruppe und Schaufel, Spaten, Kreuzpickel und Motorsäge gruben wir einen von den zu tief gepflanzten jungen Obstbäumen aus.
Zuerst sägten wir die Krone runter und beliessen den Stamm auf 2m Höhe.
Im oberen Viertel banden wir die Seilstruppe rum und hängten den Hacken des Seiles vom Habegger ein.
Der Habegger selber banden wir an einem alten Kastanienbaum mit der Endlosgurte fest.
Dazu schützten wir den Stamm des Kastanienbaumes ringsum mit acht armdicken Aststücken, damit durch den immensen Zug der Gurte die Rinde der Kastanie nicht verletzt werden kann.
Jetzt kann einer am Habegger arbeiten und der Zweite trennt mit dem Kreuzpickel die erste Wurzel durch, welche auf der gegenüberliegenden Seite des Zuges den Obstbaum im Boden festhält.
Ist diese durchtrennt, wird weiter gezogen, somit wird sichtbar, wo sich weitere Wurzeln befinden, denn diese heben die darüber liegende Erde durchs Ziehen nun an. Solange die Kraft reicht, um am Habegger zu ziehen, sollte man keine weiteren Wurzeln mehr durchtrennen. So wird der ganze Wurzelstock mit bis zu zwei Meter langen Wurzeln als Ganzes rausgezogen und somit wird die Fläche von sämtlichen dicken Wurzeln befreit. Dies weiss man spätestens dann zu schätzen, wenn an selber Stelle wieder etwas gepflanzt werden möchte.
Bevor der ganze Strunk aus dem Loch gezogen wird, pickelt man die an den Wurzeln haftende Erde ab, so verbleibt diese gleich an Ort und Stelle und wird nicht beim ganz rausziehen über die Wiese verteilt.
Mit der Schaufel und der Hand werden jetzt die Grasmutten rausgelesen, damit nach dem Zuschaufeln des Loches, diese wieder auf die Erde verteilt und festgetreten werden können.

Feigenbaum verpflanzen
Nun machten wir uns an das Ausgraben der Feigenpflanze, welche einen denkbar ungünstigen Standort hat.
Die Feige braucht volle Sonne und diese im Aarefeldgarten, steht an dem schattigsten Platz des ganzen Gartens.
In einem Durchmesser von rund 1.20 m stachen wir mit dem Spaten kreisförmig um die Pflanze einmal ab. Dann in einem Abstand einer Schaufelbreite noch einmal. Nun begannen wir mit Spaten, Schaufel und Kreuzpickel einen ca. 40 cm tiefen Graben auszuheben. Die Erde deponierten wir in einem Abstand von Minimum einem Meter an zwei Stellen seitlich, um genügend Platz frei zu behalten für diese Arbeit. Danach konnten wir mit dem Kreuzpickel beginnen seitlich unter den Wurzelballen zu graben. Jetzt waren wir so weit um das Drahtseil des Habeggers in den Graben zu legen und zu ziehen, so dass sich eine Drahtschlinge langsam unter der Pflanze hindurch zusammen zog und die Pflanze freilegte.
Somit ist diese Feige vorbereitet, um nächsten Freitag, ebenfalls mit Hilfe des Habeggers aus dem Loch gezogen zu werden. Hier wäre von Vorteil, dies mit rund 4 Personen zu bewältigen. Wer hat Lust ?

Himbeeren verpflanzen
Am Nachmittag widmeten wir uns noch zu Dritt den Himbeeren, welche auf die Verpflanzung warteten.
Dazu gruben wir diese mit dem Spaten aus und schnitten mit der Baumschere die Wurzeln an.
Danach legten wir die einzelnen Pflanzen auf das letzte Woche vorbereitete Beet aus, in einem Abstand von ca. 30 cm. Die ist eher eng gepflanzt. Üblich ist bei einer Neupflanzung eher 40 cm. Aber wir hatten genügend schöne Himbeeren ausgegraben und so pflanzten wir halt enger.
Nun ging das so: Erstes Loch mit dem Spaten ausheben, ca. 15g Gemisch aus EM-Keramikpulver und Biolith-Gesteinsmehl und 2-3 Handvoll frisch gesiebten reifen Kompost ins Pflanzloch dazugeben. Die Himbeerpflanze reinstellen und mit der Erde des zweiten Pflanzloches decken, ins zweite Loch wieder ca. 15g Gemisch und Kompost, Pflanze reinstellen und mit der Erde des dritten Loches decken usw. Immer gut andrücken.
Und ja, es geht nichts verloren auf unserer Erde (Plastik verrottet nie!). Beim Kompost sieben fanden wir zwei Pflanzenetiketten von Tomatensetzlingen. Diese waren von Bio und ProSpeciaRara Sorten. Ob vielleicht doch biologisch gegärtnert wurde von unseren Vorgängern?
Es blieb heute und auch letzten Samstag noch genügend Zeit, um ans Sortieren der vielen Äste zu gehen (siehe Notiz vom 7.2.) . Und es hat noch immer Äste, um mit Säge und Baumschere zu sortieren.
Und noch eine Überraschung kam zum Vorschein. Beim Aufräumen letzten Samstag 15.2. bei dem einen Holzunterstand gleich an der Grenze zum Nachbarszaun, spriessten doch tatsächlich riesige Fliegenpilze im dortigen Unterholz.
Was es mit diesen Pilzen auf sich hat und wie wir die Feigenpflanze am nächsten Freitag aus ihrem Loch ziehen und an ihren neuen Standort transportieren, werden wir in den nächsten Aarefeldnotizen erzählen können.
Und übrigens werter Leser: Du kannst leicht den Eindruck bekommen, es werde nur „gechrampft“ im Gemeinschaftsgarten. Dem ist aber nicht so. Auch heute bekamen wir Besuch und spendeten von unserer Zeit, um uns auszutauschen, wie auch wir untereinander des öftern innehielten, um über die Arbeit, die Zukunft, über Gott und die Welt zu diskutieren. Über den Mittag assen wir zu Dritt im Garten und machten wiederum ein Feuer, um uns daran auf zu wärmen.

 

Gartengemeinschaft Aarefeld

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