28.02.2014

Die Ruhe vor dem Sturm oder wie wir diesen wundervollen, frühlingshaften Tag erlebten, bevor sich der Winter wieder zurückmeldet.

Zuerst möchten wir uns an dieser Stelle bei der Gartenbauschule Hünibach bedanken, welche uns heute 21 Treibbeetfenster und diverses Gartenwerkzeug für unseren Gemeinschaftsgarten überliess.
Vielen Dank von ganzem Herzen.
Ebenso bedanken wir uns bei privaten Gartenwerkzeugspendern. Dieses Werkzeug ist von so guter Qualität, dass es eine wahre Freude war, diese heute gleich einweihen zu dürfen.

Doch zuerst hiess es die Feigenpflanze an ihren zukünftigen Standort zu zügeln.
Wie transportiert man eine Pflanze dessen Gewicht wir auf ca. 250-300kg schätzten?
Zuerst aus dem Pflanzloch, dann ca. 35 m Wegstrecke und danach ca. 3 m an den definitiven Standort?
Und waren wir zu viert, wie in den letzten Aarefeldnotizen gewünscht?
Am Morgen waren wir sogar zu sechst und am Nachmittag  zu viert. Insgesamt wirkten heute 9 verschiedene aktive Menschen an der Entfaltung des Gemeinschaftsgartens mit.
Und so lief heute alles wie am Schnürchen.
Denn als wir zu zweit die Pflanze mit Hilfe des Habeggers aus dem Loch zogen und wir zwei 1.5 m lange Schalttafeln unter den Wurzelballen stemmen wollten, stiess die schwere Pflanze die Schaltafeln einfach vor sich her. Da aber in der Zwischenzeit schon Pfähle zugespitzt wurden, konnten wir gleich zwei einsetzen, um vor den Schaltafeln einzuschlagen, so dass diese fixiert wurden.
Nun rutschte die Pflanze auf die Tafeln und gleichzeitig unterlegten wir diese mit ca.15 cm dicken und 1m langen runden geraden Holzrugeln.
Ab jetzt ging es zu viert sachte weiter. Wir mussten laufend kontrollieren, ziehen, Holzrugel von hinten nach vorne unterlegen, kontrollieren, dass die Pflanze ja nicht nach vorne abkippen konnte, wieder ziehen, Holzrugel von hinten nach vorne unterlegen und so weiter. Wir benötigten dafür 6 Holzrugel.
Sogar eine Kurve bewältigten wir. Hier waren wir sogar zu fünft.
Nachdem wir am Ziel angekommen waren und dieses Transportsystem nun recht gut beherrschten, hätten wir gut und gerne noch eine Extrarunde auf dem Bahnhofplatz anhängen können.
Doch wartete noch das Pflanzen auf uns, also liessen wir doch es bleiben …?!?
Wir hoben ein etwas grösseres Pflanzloch aus, als der Wurzelballen im Durchmesser mass. Aber sicher nicht tiefer als dessen Höhe. Den grössten Teil der Erde transportierten wir zum alten Standort, um das grosse Loch wieder aufzufüllen. Den Boden des neuen Pflanzloches lockerten wir mit dem Pickel und mischten 3 Eimer frisch gesiebten Kompost unter die Erde.
Bevor wir die Pflanze in ihr Pflanzloch zogen, schnitten wir die Wurzeln mit der Baumschere schräg nach unten an. Dies fördert die bessere Heilung der Schnittwunden und auch das Wachstum der so wichtigen Haarwurzeln wird dadurch unterstützt, welche das Wasser  aufnehmen werden.
Jetzt zogen wir wieder mit dem Habegger, der an einem Kirschbaum auf der gegenüberliegenden Seite des Pflanzloches festgemacht wurde, die Feige in das Pflanzloch. Zu der restlichen Erde mischten wir nochmals 3 Eimer frisch gesiebten Kompost und 6 Eimer Erde, die noch vom Viehmarktplatz her im Garten zur weiteren Verwendung warteten und füllten so das Pflanzloch auf. Mit dem Schuhabsatz traten  wir die Erde ringsum fest an. Da die versetzte Pflanze so einen grossen, schweren Wurzelballen besitzt, kann auf das Pfählen und festbinden verzichtet werden.
Auch auf einen eigentlichen Pflanzschnitt kann darum verzichtet werden. Wir schnitten lediglich das abgestorbene und abgebrochene heraus.
Am Rand des grossen Pflanzloches pflanzten wir noch einige Königskerzen, welche wir heute in den Treibbeetkästen ausgestochen hatten, während der Vorbereitung der Erde zur Aussaat von Spinat und Pflücksalat.
Somit sind die Winterarbeiten für dieses Jahr abgeschlossen und wir freuen uns jetzt auf das kommende Gärtnern wie Anzucht, Aussaat und Setzen von Gemüse, Blumen und Kräutern und … ???

Aussaat Spinat und Pflücksalat
Ab März kann man schon Spinat und Pflücksalat säen. Zu diesem frühen Zeitpunkt, empfiehlt es sich, den Pflücksalat unter Glas auszusäen. Spinat könnte man auch schon ins Freiland säen. Unter Glas entwickelt er sich aber schneller. Auch Kefen und Zwiebeln könnte man schon jetzt ins Freiland aussäen.
Heute widmeten wir uns aber erst mal dem Spinat und Pflücksalat. Wir säten heute mal den ersten Satz an Pflücksalat und Spinat. Der zweite Satz folgt in ca. 2-3 Wochen. So werden wir ab ca. 8 Wochen laufend Salat und Spinat ernten können.

Die Treibbeete mussten von Kastanienlaub gesäubert werden. Danach jäteten wir das wenige „Unkraut“ aus, wobei darunter auch, wie oben beschrieben, Königskerzen wuchsen und Löwenzahn welcher in den Salat, als kleine, fein geschnittene  Zugabe wandert.
In beide Treibbeete arbeiteten wir je drei Eimer Kompost oberflächlich mit dem Gartenrechen ein und drückten mit einer 70 cm langen Dreiecksleiste Saatrillen im Abstand von 20 cm quer zum Kasten in die fein gerechte Saaterde ein.
Mit Hilfe einer 1.5 m langen Schaltafel, die sich über den Kasten legen lässt, kann man so bequem kniend  die Samen in die Saatrillen säen.
Dazu streut man sich die Samen in eine Hand und mit der anderen streut man die Samen zwischen Daumen und Zeigfinger haltend, sehr fein in die Saatrillen.
Der Salat allgemein ist ein Lichtkeimer. Das heisst, diese Samen dürfen nur ganz, ganz fein mit Erde bedeckt werden und danach von Hand angedrückt werden.
Wir säten vier verschiedene Sorten und insgesamt 27 lm.
Der Spinat hat schon grössere Samen und diese lassen sich viel besser gezielt, portioniert aussäen. Vom Spinat säten wir nur eine Sorte aus.
Da die Spinatkeimlinge, wenn sie dann aufgegangen sind auf eine Handbreite ausgedünnt werden, sät man alle 3-5 cm einen Samen. Dieser kann mit mehr Erde bedeckt werden. Eine allgemeine Regel sagt: 2-3x den Samendurchmesser mit Erde bedecken.
Zum Schluss deckten wir noch beide Treibbeete ganz mit den heute geschenkt bekommen Fenster ab.
Die Saat konnten wir noch nicht angiessen, da wir noch keine Brauseaufsätze für die Giesskannen besitzen. Die Erde ist aber genug feucht, damit die Samen keimen werden. Wir werden in den nächsten Tagen die Saat giessen.
Wir sind immer noch am Zuspitzen der bereit gestellten Ästen zu Pfählen. Diese Arbeit dauert noch an, weil wir dies mit Axt und Gertel erledigen. Die Bratspiesse sind aber jetzt zu Bündeln à 12-15 Stück im Schopf versorgt.
Der Kompost ist fast fertig gesiebt und diese wichtige Arbeit unterstützt unseren Garten und seine Pflanzen an der optimalen Gedeihung.
Und was war jetzt noch in Sachen Fliegenpilze auf des Nachbars Grundstück? Diese verblüffend echt aussehenden Pilze täuschten und überraschten zugleich, vor allem wenn man sich mit den Jahreszeiten und Ihrer Früchte noch nicht so gut auskennt. Diese sind irgendwie im Verlaufe der Jahre beim Nachbar in die hinterste Ecke gerutscht und dort vergessen gegangen.
Eben es geht wirklich nichts verloren auf unserer Erde.
Von wo wir die Gemüsesamen beziehen und auf was dabei geachtet werden kann, ist ein wichtiges und interessantes Thema. Darüber erfahren wir mehr in den nächsten Aarefeldnotizen.
Auch werden wir die Anwendung einiger Hilfsmittel zur Förderung der Bodenlebewesen und Stärkung der Pflanzen, nach und nach unter die Lupe nehmen.

 

Gemeinschaftsgarten Aarefeld

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